Sens.us

Wir sind hier, wir reden von/im Sinn. Sinnenwelt. Wahrnehmung. Körper, hier und da. Körper als Vermittler, Medium, Oberfläche und Repräsentation, Inneres und Äußeres. Eigenes. Wir befinden uns in einem Gewirr, keine Zuschreibungen, keine greifbare Bedeutung, Wechselspiele, keine Worte. Fort. Dann ist hier etwas, das ist anders. Sichtbar. Da. Das schlägt sich nieder in einen Bereich, rührt an und aus diesem, unsichtbar. Fort. Wir platzieren uns. Das schlägt sich nieder, bedeutet, wir sind sichtbar. Da. Und all das, was fort ist? Fort im Sinne von nicht sichtbar. Was nehme ich mit, welche Spuren lasse ich zu meinen Wegen werden?

Körper ◊ Wahrnehmung

Der Körper, mit Sinn versehen? Sinn durch Sichtbares. Benanntes. Wahrgenommenes. Wir sind xy oder wir sind xx beispielsweise. Da wird etwas sichtbar gemacht. Es sagt etwas aus, aus dem Bereich des Unsagbaren, versucht es, Benennung des nicht sicheren und sicheren, unwesentliche Eigenschaften, accidentia, mitgehen? Der schmalste Grat und die breiteste Kluft.

 „Das Bild, das er somit ist, hat keinen Bezug zur Vorstellung, auch nicht allgemeiner gesprochen mit einer sichtbaren […] Darstellung von was auch immer. Der Körper ist nicht Bild-von. Sondern er ist Ankunft in der Gegenwart.“ [Nancy – Corpus 2007:57]

Wer sind wir, was sind wir. Nach Lacan ordnen wir uns ein, in unsere symbolische Ordnung, eine Ordnung des Sprechens. „Alles, was das Kind in dieser Fesselung durch sein eigenes Bild lernt, ist genau der Abstand, der zu seinen inneren Spannungen besteht“ (Lacan 2003:16), denn da ist etwas abwesend.  Anwesend wird es, es etabliert sich. Bedeutung, Position, Gleichklang.

Sichtbar ◊ Unsichtbar

Was ist aber vorher, was passiert, solange ich noch nicht Sub-jekt werde. Räume, die sich verändern. Noch mit dem Anderen, der Bezugsperson, verwoben sein, mit dieser noch-nicht-Ich bin? Meine Sinne frei flottieren und aufnehmen, wahrnehmen ohne zer-dacht zu werden.

(Hinein)geworfen in die Welt, (hin)aus aus dem ersten Raum, eine Schnur, die verbindet. Wird diese wahrgenommen? Was nimmt ein Embryo auf an Eindrücken? Herzpochen. Töne von Stimmen. Dumpfe Geräusche, Bewegungen.

So sieht sich das nächtliche Auge […] Der Körper ist das Subjekt des Schattens – und sein finsteres Sehen ist ebenso, bereits, der Abdruck, das restliche Licht, das Zeichen … [Nancy – Corpus]

Und dann. Da ist man dann, ein Bündel, da ist viel Licht, alles Hell, Dumpfes wird Laut. Gelegt wird man an warme Haut. Vielleicht schläft man dann. Diese andere, diese Haut, ist die eigene noch. Aber nicht immer da. Aus dem einen wird vieles. Zerstückelt sind die Momente und man findet sich, muss sich finden in einem da und fort. Selbst für sich da werden. Bei Melanie Klein finden sich Gedanken, Verbalisierungen für das was passieren könnte. Hunger als Schmerz, denn er wird nicht mehr gestillt via dieser Schnur, konnte da gar nicht entstehen. Der Hunger ist jetzt da. Mutterfigur, Brust. Frisst man (sie) und ist wieder zufrieden. Man frisst sie und trinkt sie, weil sie ich ist, das ich, das noch nicht ist. Man nimmt wahr, man verschlingt. Wird man auch verschlungen? Angst? Hunger? Schuld? Wie kommt man dann wieder heraus, wieder hinein. Wohin, wenn Innen Außen ist? Ins hier. Hinein sagt auch nein. Im Nein ist die Verdrehung zum Da, zum Hier-sein. Aber zurück zum Zurückkommen. Fressen und gefressen werden und dann wieder fressen und verschlingen und irgendwann muss das raus, dieser Raum ist ein eigener, der Andere hinaus, raus mit dem Raum der seiner ist. Damit Innen wieder Außen werden kann und Außen Innen, Hülle, Körper.


Paulina Kulczycki

 „Der Körper – seine Wahrheit – wird immer der Zwischenraum zweier Richtungen [sens] gewesen sein, von denen Zwischenräume von links und rechts, oben und unten, vorne und hinten, phallisch und zephal, männlich und weiblich, innen und außen, der Sinne und des Verstandes nichts anderes tun, als sich gegenseitig auszudrücken“ [Nancy  -Corpus]

 Ps: Man kann Wahrheit nicht gleich schreiben, zu erst kommt immer Warhheit

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