SchnurrRealismus

katze

“wenn ich sie streichele, sieht’s so aus, als ob es ihnen aus dem ganzen Körper ausginge, und dies bringt mich dahin, wovon ich ausgehen will” [J.L.]. 

Ein Vieh, das schnurrt. Katze! Harmonie und Gelassenheit brummt und schnurrt aus einer Mitte(?) heraus, die nicht verortbar ist. Aber es schnurrt. Die Katzen regieren das Internet, schrieb der Deutsche Rundfunk. Meine Katzen raunzen. Beschweren sich. Aber immer nur dann, wenn ich etwas übersehe. Sehen. Eben video. Mehr ist das. Spüren, wahrnehmen jenseits von dem was so platt vor uns liegt. Sichtbar. Was sagte eine gute Freundin vor Kurzem. “Oida, habts ihr gewusst, dass ‘oida’ in der Bibel als Bezeichnung für ‘vollständiges Wissen’ verwendet wurde?!” Ich habe “gesehen, wahrgenommen”. Das sagt auch erkennen. Kurzschluss -> Wahrheit? Krocha Oida!

Geplättet, symbolisch fassbar gemacht. Platt gemacht. Be-Greifbar. Das ist nicht alles. Das ist nur Camouflage. Travestie. Ladida.

Reagieren wir auf das, bleiben wir platt. Ordentlich glatt. Who cares. I don´t care. Başımı alıp gidiyorum, “ich nehme meine Kopf und gehe”. Die Augen nehme ich mit. Sehen ohne zu schauen. Im Blick, was liegt da. Sichtbares – und alles was dazu gehört, unBegriffliches. Was nicht platt ist. Unplattiges. Damit überhaupt gehen können. Sich gehen können, Bewegungen, Kreisen um. Und jede Kreisbewegung macht einen weiteren Kreis. Oder man kreist um. Man kreist um, bis man weitergeht.

the owl pages

Schmusealismus

So viel Gerede um´s Sein. Um´s so-Sein. Hier-Sein. Da-Sein. Alles worüber zu reden ist, wäre eigentlich das

subJect

Die Kurve, der Weg – darüber – lässt sich nichts sagen und darüber darf man nichts sagen. Hier gibt es keine Theorie, kein So-Sein, keine Erkenntnis, hier muss Raum sein, für __ . Ankommen tun alle hier. Anderes zu-lassen, zur Sprache kommen lassen. “Dem möchte ich allerdings einräumend beifügen, daß ourdrome ein Schnurren ist, das auch andere lalangues zulassen mögen, …” [J.L.]. Zur Sprache kommen lassen. Wir sind unterm Strich eine Leerstelle, die auszufüllen es gilt. Kreise, Knoten, Schatten und irgendwo Licht. DaFOrt. FortDao. JaNeinWeißnicht. FortDaoismus? In der symbolischen Ordnung gibt es kein Sein, wir können nur darüber reden.

Kurz&Konkret
„Es ist spannend, immer wieder mit einem Menschen zu arbeiten, dessen Leib so anders ineinander steckt.“ Anders. Was ist anders im Vergleich zu normal? Grenzen gegenüber anderem ziehen. Vielleicht eine Abgrenzung zu Menschen mit “besonderen Bedürfnissen”. Ist es ein “besonderes Bedürfnis” von ‘uns’ diese Grenze zu ziehen? Es an den Rand zu schieben, obwohl das ‘Normale’ selbst nur den Rand bewohnt. Marginale Realität [J.L.,Se XI].

[Derweil was zur symbolischen Ordnung und Lord,please don´t let me misunderstood]

Weiter, voran. Sich herausholen,

Deshalb muss es hier heraus, muss es sich herausholen, und in diesem
Sich herausholen | s´en sortir weiß es letztlich, daß auch der reale Andere nicht anders als es selbst sich herausholen, aus der Sache herausziehen muss“

Unter´m Strich, Subjekt werden. Sich einbetten? Bett, klingt so nach bequem, niederlegen. Stillstand. Wird das gefordert?  Aus der Sache herausziehen. Falten werfen, zerwühlen. Leben, Francois Cheng schreibt in seinen Meditationen über die Schönheit..
was ist denn schön, eigentlich und am Rande? Etwas, das sich zeigt und dabei immer etwas überraschendes hat? Etwas Unerwartetes? Zieht es auf etwas wahrnehmbares, Sichtbares? Mehr ist es, unterm Strich. Ich liebe Dich, und das, was dich zeigt, weil dein Körper deiner ist. Deine Bewegungen, deine Haltung, deine Wege und Schatten, dein Sein. Was jemand andeutet, eine Landkarte, Landschaft. Wir sind jeweils Landschaften unserer selbst.
Zurück zu Cheng:”Während der Mensch zum Inneren der Landschaft wird, verwandelt diese sich in die in die innere Landschaft des Menschen”, er beschreibt, dass der Mensch hier nicht Herr über die Natur ist, sondern es geht Hand in Hand. Chiasmus, cela me regarde.

Shitao, 1671(?)

Shitao, 1671(?)

***

 

Jacques Lacan, Vorlesung vor dem Kongreß in Rom (31.10. – 3.11.74)

Lacan: Seminarbuch XI – die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse, 1996

Francois Cheng: Fünf Meditationen über die Schönheit [hier im Speziellen die Vierte], 2008. [Cheng beschreibt Lacans Erlebnis mit der Konservenbüchse so: “Wie sollte man nicht auch an Jacques Lacan denken, der als Kind an einem Sommertag auf einer Mole von einer Konservendose fasziniert war, die auf dem Wasser schwamm und im vollem Glanze funkelte. Er hatte den deutlichen Eindruck, dass ihm  der Gegenstand ein Zeichen gab und ihn anvisierte”]

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