endliche Welt, eigene Stätte

 

Das Zwischen-den-Körpern ist ihr Statt-Haben von Bildern. Die Bilder sind kein Anschein, noch weniger Phantome oder Phantasmen. Auf diese Art werden Körper untereinander dargeboten, es ist das in die Welt setzen,das an den Rand setzen, das Rühmen der Grenze des Zerberstens. 

Ein Körper ist ein Bild, das anderen Körpern dargeboten wird, ein ganzer Corpus von Bildern, die von Körper zu Körper gespannt werden, Lokalschatten, Fragemente, Haare, Sehnen, Seiten, Geifer, Tränen, Rotzen, Schweiß, Schmerzen, Lüste, ich und du

Und die beiden bleiben bei sich. Reizen sich am Bild, das sich ihnen gibt. Erstrecken sich, sind und werden für den Moment, ganz bei sich, nur? Das es nicht gibt, das ohne sich, außer sich.

Mit.gegen.für.in.aneinander.

Wer sonst in der Welt kennt so etwas wie ‹den Körper›? Die Angst, das Begehren, den Leib Gottes zu sehen, zu berühren und zu essen, dieser Körper zu sein und nichts als das zu sein … So hat der Körper, hat der Körper dort niemals Statt und erst recht nicht, wenn man ihn dort benennt. Für uns ist der Körper stets geopfert. Hostie.

Opfern für wen. Opfern, sich geben für. Machen für. Kreisen. Rennen. Aufrecht? Körper, unserer. Mein, dein. Macht. Pinkelt. Furzt. Scheisst. Weint. Rülpst. Knurrt. Zittert. Friert und Schwitzt. Macht der Körper. Und wir. Stehen daneben und ziehen uns an, ziehen uns aus, gehen aufs Klo, essen, kotzen, fressen, formen, hungern, stöhnen, schreien, laufen, schlafen, kratzen, seufzen, ändern, machen uns schön, passen an, fallen heraus.

Er ist das Produkt, … das am längsten abgegossene, verfeinerte, zerlegte und wieder zusammengesetzte Produkt unserer alten Kultur. Wenn das Abendland ein Niedergang ist, wie sein Namen besagt, ist der Körper das letzte Gewicht, der äußerste Punkt des Gewichts… . Der Körper ist die Schwere

Das Schwere. Reinsetzen. Hineinfließen. Halt finden. Bewegen. Den Körper tragen und getragen werden. Hier sein um dort sein/hin zu wollen.

Da wo wir sind, ist vielleicht nichts als Abglanz, wabernde Schatten. … Was ist Dies, wer ist der Leib? … All Das? Sobald sie berührt wird, wird sinnliche Gewißheit zu Chaos, wendet sich in Sturm, geraten alle Sinne durcheinander

Wellenbad, treiben lassen. Ankommen. Können? Ankommen. Im Fremden, Andere – Eigenen. Heran-gedachten, gesagten, gezogen, verbogen. Kriechen, warten.

Eigener Körper, fremder Körper. Der eigene Leib, oder sogar das Eigene selbst, das An-Sich-Sein als Körper [savoir-faire]. Doch im selben Augenblick und immer ist es ein fremder Körper, der sich zeigt, ein Monstrum, das sich nicht schlucken lässt. Man entkommt dem nicht,…ist verstrickt in einem Durcheinander von Bildern

Andere Körper, dein Körper. Gesehen. Gefühlt. Bekleidet. Getastet.

Mühsame Anstrengungen. All jene Vorstellungen vom eigenen  Körper sind vergleichbare Verdrehungen: Sie münden lediglich in die Austreibung dessen, was man begehrte

Ausgesprochen. Ausgesprochen gut. Savoir-faire. Wenn man will. Herausgewürgt ins Nichts. RealItät, also doch, da. Gemacht. ArealItät. Gedacht. Gesehen. Abstand. Gesagt. Selber sagen. Sich selber sagen.

Hier.

Da.

Fort.

Dort.

 

 

 

Zitate aus Corpus, Jean-Luc Nancy

 

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