diversity, baby!

Gleich zwei Dinge, die mich anspringen, oder eher anlächeln. Da ist dieser Vater, der sich dachte, eigentlich als Vater ein Vorbild sein zu können oder sollen und deshalb trägt er jetzt ab und zu einen Rock.  Dann sind da diese Eltern, die einen „Beitrag zu Freiheit und Vielfalt in einer Welt voller Beschränkungen“ leisten und schenken.

Eigentlich wollte ich wissen, was genau in den Neurowissenschaften eigentlich mit männlich oder weiblichen Gehirnen gemeint ist. Was bedeutet der Begriff männlich oder weiblich in diesem Kontext? Verstrickt sich ein männliches Gehirn eher in gefährliche Situationen, ist es risikofreudiger? Neigen weibliche Gehirne eher dazu Tränen aus den Augen zu jagen? Oder geht es hier eher um Funktionen wie den Aufbau diverser Körperzellen, im Speziellen die Genitalien. Ein weibliches Hirn vollzieht einen Zellaufbau entsprechender Geschlechtsteile ein männliches ebenso vice versa.

http://www.deutschlandfunk.de/das-disziplinlose-gehirn.1148.de.html?dram:article_id=217412

 

Gehirne werden in Geschlechter unterteilt anhand von unter Anderem bildgebenden Verfahren. Die einen Hirne reagieren auf Eindrücke oder Reize so und die anderen Hirne eher so. Oder es gibt diese Tests, die ‚belegen‘, dass Männer besser so – – und Frauen besser so – -. Mal ausgehend davon, dass Menschen unter Umständen Gewohnheitstiere sind, Gewohnheitsviecher, wäre es vielleicht denkbar, dass eine Frau im räumlichen Denken ’schlechter‘ ist, weil sie sozusagen darauf trainiert, dressiert ist, seit Generationen sozusagen? (Um hier etwas mit Althussers´ Begrifflichkeiten zu spielen). Nach dem warum und wie fragt in diesem Bereich der Wissenschaft niemand. Oder kaum jemand.

Wenn es nun tatsächlich Hirnareale gibt, die ‚Zuständig‘ sind für Ausprägungen an Risikobereitschaft und diese beispielsweise hoch wäre bei signifkant vielen männlichen Wesen, hieße das, ein weibliches Wesen ist eigentlich keines, wenn sie ebenso risikofreudig wäre? Werden in diesem Bereich der Wissenschaften Fragen gestellt, deren Antworten im Grunde bereits in den Hinterköpfen warten? (Da käme es auch wieder drauf an, also ob da jetzt ein männlicher oder weiblicher Hinterkopf,..).

Wenn dann auch noch die Rede von Chromosomen ist, fragt sich, warum beispielsweise Männer mit xx-Chromosomen oder andersrum, Frauen mit xy Chromosomenverteilung nicht beachtet werden. Naja, das sind wahrscheinlich die Ausnahmen, die Ausfälle unseres ‚binären-natürlichen‘ Systems. Nicht normal halt.

Wie ist das jetzt, resultieren aus m/w Gehirnen stereotype Verhaltensmuster und das würde dann „geschlechtstypisches Verhalten“ genannt werden? Stereotype gäbe es dann nicht, es wären nur entsprechende Verhaltensweisen. All diese Dinge, die mich so an-öden und oft zur (selbst)Verzweiflung gebracht haben. Diese männlich/weiblichen Typisierungen auf denen manche herumreiten, diese erfüllen, um sich richtig männlich/weiblich fühlen zu können. Wie auf einer skurrilen Performance manchmal. Eintritt frei.

Und wenn da was schief geht, wieder so ein Ausfall der Natur, da ist einer mit männlichem Gehirn und weiblichem Körper oder andersrum. Ist das dann ein kastrierter Mann und was macht eine Frau mit einem Penis? Oder wäre eine Perspektive, die Menschen und ihre Körper als solche belässt, im Grunde griffiger? Menschen und ihr Bezug zum Körper/Bild. Bezüge, ein Geflecht aus Bildhaften, Stimmlichen, unsagbar Unsichtbarem und Wandelbarem. Vielleicht mehr als Chromosomen und Hormone? Was ist es, dass einen Körper zu etwas macht, in welches wir uns ’setzen‘ können, welches wir füllen können und wollen. Wer hinterfragt überhaupt dieses Geflecht und wer nicht? Und wie dieses Geflecht dann in Sprache übersetzt ist und welche Position bezogen wird, ist vielleicht etwas Mehr oder Anderes als eine Zuweisung durch Gehirn und Co?

Folien einer Vorlesung zu bildgebenden Verfahren und noch ein paar Folien (man beachte Folie 11, die Ähnlichkeit ist äußerst erfrischend und für einen auf Äußeres ‚trainierten‘ Blick irritierend. Dann nehme man diese Frische, um über die Folie 12 zu kommen) und hier noch ein kritischer Einblick (eher was fürs Ohr als fürs Auge), sowie ein Hinweis: Heinz-Jürgen Voß „making sex revisited„. Wie problematisch sind Paradigmen? Wie problematisch ist es, wenn im Bereich der Forschung von Vornherein nach Unterschieden gesucht wird und Gleiches oder Abweichendes nicht/kaum beachtet wird, nicht ‚errechnet‘ wird, da es (in dem Kontext) keinen signifikanten Wert ‚erzeugt‘? Dazu die Frage, wie die vielleicht sehr diversen Ergebnisse in den Medien aufbereitet und verarbeitet werden, abgesehen von den Selektionsmechanismen, durch die diese erst durchrutschen müssen.

 

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