Unschärfe. Körper und Felder

Unschärfe

Die Heißenbergsche Unschärferelation meint, das „bestimmte Messgrößen eines Teilchens nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden können“. Meine Interpretation wäre: Elektronen bewegen sich und durch ihre Bewegung zeichnet sich das ab, was man Orbital nennen würden in der Chemie. Wo genau ein Elektron ist, wissen wir nicht. Schön erklärt ist es beispielsweise hier. Durch die Bewegung oder genauer und allgemeiner: Durch die Wirkung eines Objekts zeichnet sich etwas ab, ein Feld. Dieser Begriff beschreibt den physikalischen Zustand von Objekten in einem Raumgebiet, der sich durch gewisse Arten von Kräften äußert [vgl. Schwinger, 12].

Das Lustprinzip und seine Modifkationen durch das Realitätsprinzip. Das Realitätsprinzip und seine Modifikationen durch das Lustprinzip. Egal, wie man es formuliert, in beiden Fällen sind es zwei Prinzipien, die substantiviert – begrifflich verdinglicht – so einander gegenüber gestellt werden können und dadurch verwischt man die Wirkungen derer auf- und miteinander. Ist bequemer so. Man muss sich weniger Fragen stellen und ist evtl. nach nach Beendigung eines Textes viel zufriedener, als wenn da komplexe Ungereimtheiten übrig blieben.

Das Witzige ist, dass es Texte und deren AutorInnen gibt, die eben obiges tun und hier und da vom Realitätsverlust schreiben und parallel das Denken glorifizieren,
…………………………………………………………………………………………und dabei
……………………………………………………………………….zieht sich etwas
…………………………………………………..durch deren Texte
…………………………………………..etwas, das
……………………….schnell zum Ziel
……….kommen will
Das Denken bahnt sich den Weg anhand hübscher Erklärungen zum Ziel, die Befriedigung. Da nützt es auch nichts, die oder eine Realität als Eckpfeiler des Seins zu postulieren, als reine, ’saubere‘ Instanz Jenseits des Lustprinzips. Eben dieses zieht sich durch deren Denken ohne Stolpern, ohne Lücken, keine Leerstellen, keine offenen Fragen, es ist alles ganz klar und glatt. Abgeschlossenheit. Befriedigung ist und bleibt das aaaa und oooo.

Feld

Das transzendentale Feld wäre das des Denkens im Gegensatz zur Empirie, zum Körperlichen, meinen Viele. Die Ideen, die resultieren, dank vermögens der Einbildungskraft, der Verstand. Bei Freud findet das Denken nicht nur im Bereich des Bewussten statt. Was meine These, dass das Denken auch oder vor allem vom Lustprinzip gesteuert, angetrieben ist, stützt [oder ganz anders: Wie weit reicht der Verstand, ist unbewusst doch nicht so unbewusst, sondern nur unbewusst aufgrund unserer begrenzten Wahrnehmung und der Verstand nennt es unbewusst].
Der Begriff Lustprinzip braucht eine Veränderung, eine Vertiefung, er muss in der Bewegung gedacht werden und nicht nur als Störendes oder Konflikt-Verursachendes. Bei Kant ist das Denken im Sinne der Vernunft … ne, lassen wir das heute mal. Schelling aber, der hat den ollen Schnotz damals in Tübingen heimlich gelesen. Heimlich weil, Kants Kritiken waren damals zeitweise und mancherorts verboten. Die Kirche hatte ihre Probleme mit Kant, obwohl oder weil er sehr nah an Augustinus schrieb, nur das er so etwas wie Gott völlig ausklammerte.  Kant – verboten. Kaum vorstellbar. Jedenfalls, Schelling war nicht nur von Kant sondern auch Schpinoza inspiriert. Was ihn dann zur Kritik gegenüber Hegel führte, habe ich gehört. Ich tue Hegel vielleicht Unrecht oder überfahre ihn einfach, habe seine Texte nie wirklich gelesen. Aber mal ganz grob: Hegel postulierte, man könne die Welt über die Reflexion einholen, vielmehr – erschließen [Phäno des Geistes]. Also allein aus dem Denken (das Denken als bloße Vernunft) das Empirische deduzieren, ableiten, herausstellen. Und der Körper, der Leib, der wird notwendigerweise postuliert, damit die Vernunft …bequem zum Ziel kommt oder anders: Es gibt unsere Körper und die Vernunft ist schließlich irgendwo zu Hause, also muss man den blöden Körper irgendwie inkludieren. Drüber reden.

„Der Geist kann nur, solange der Körper dauert, sich etwas vorstellen oder sich vergangener Dinge erinnern“ [Ethik V, 21]. Erinnerungsspuren. Mit einem Körper, nein –  Als Körper geboren sein.

Ein Körper bewirkt ein Feld.

Julian Schwinger, 2005: Einsteins Erbe, Die Einheit von Raum und Zeit, Spektrum – Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin/Lizenzsausgabe Verlagsgruppe Weltbild
Was die Hierarchien betrifft kann man den Begriff der Transversalität bei Guattari nachlesen [pdf bei diaphanes]
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