Thier

 „Der Boden ist die lebenerfüllte,
mehr oder weniger lockere Verwitterungsdecke

an der Erdoberfläche“[Ernst Neef, 1962 : Das Gesicht der Erde, S.28]

Der Krieg: Einerseits ist es ein politisches Mittel zum Zweck der Herrschaftserweiterung. „Der Vater und König aller Dinge“. Krieg als Ausdruck von Irrationalität. Die Idee des „Fortschritts“ drängt sich im 18. Jahrhundert dazu, Ausdruck linearen Denkens. Eine Bewegung, die auf Harmonie zustrebt. Kriege als Notwendigkeit innerhalb der menschlichen Geschichte, ein Prozess des Reifens. Aber einer, in dem sich Ideale durchsetzen. Es würde besser, vernünftiger, da sich jene (so?) durchsetze. Weltbild hier ist die Idee, wie sie zB Hobbes formulierte. Der ursprüngliche Mensch im Sinne des ‚Naturwesens‘ als per se kriegerisches Wesen, der Gesellschaftsvertrag, der erste vernünftige Schritt, da wir uns zur ‚friedvollen‘ Gemeinschaft ‚zwingen‘. Dann der Krieg als Zufälligkeit. Die ungesellige Geselligkeit. Oder der Mensch im Hintergrundrauschen als Maßstab genommen, wurde der Krieg auch zum Prinzip der Entwicklung (an sich, Evolution). Ein paar Sprünge gemacht, der erste Weltkrieg zieht vorüber und Heidegger fragt sich Anfang der 50ger Jahre, warum er so spurlos an uns vorbeigezogen ist. Warum all die Kriege so spurlos an uns vorbeiziehen und keine tiefe Erschütterung hinterließen. Seine Sicht der Dinge:

M.Heidegger Vorträge und Aufsätze, Klett-Cotta, 2004, S.88f

 

 

 

M.Heidegger Vorträge und Aufsätze, Klett-Cotta, 2004, S.88f

 

 

 

 

 

 

 

Das stimmt. Warum sind auch heute so wenige fassungslos, erschüttert? Eigentlich Erschreckendes normalisiert(e) sich, legitimiert(e) und oder maskiert(e) sich. Was passiert da eigentlich, schon so lange, was machen wir da. Wir sind wie ein Virus in einem Organismus, zersetzen ihn. Alles ist darauf ausgelegt, diese Dinge zu maskieren. Es geschieht auf allen Ebenen, allen Achsen. Gedanken, die den Menschen und sein Tun als „natürlich“ bezeichnen, oder rechtfertigen, laufen in die Irre. Wir haben uns über das, was wir als ’natürliche Auslese‘ bezeichnen, hinweg gesetzt. Das ist eigentlich ziemlich krass. Wir verweigern uns. Alles ist darauf ausgelegt. Es wäre vielleicht alles halb so wild, wären wir nicht so viele. Da sind die Kriege, die Kriegstreibenden, die Bedrohlichen, die Schurken. Da sind Sanktionen. Die treffen vor allem die Zivilbevölkerung. Die am oberen Ende des Diagramms haben ihre Schäfchen längst im Trockenen. Oder eine andere Spur zieht sich durch die Ökologie, von dort gelangt man schnell zur Tierethik, zur Lebensmittelproduktion im Allgemeinen, die Thematik zieht sich durch so viele Bereiche. wir entziehen der Erde Wärme, ein eigentlich guter Teil der alternativen Energiegewinnung. Aber wir asphaltieren viele Flächen und verhindern so langsam mehr und mehr das sozusagen Wieder-Aufwärmen durch die Sonne. Wir roden und rotten aus. Ressourcen verschwenden wir. Was könnte man mit Öl noch machen, könnte man vielleicht wertschätzender damit umgehen, es zum Großteil einfach dort lassen, wo es ist. In nicht mal einem halben Jahrhundert scheint es, verbrauchen wir alles. Und da ist das sogenannte Schweinehochhaus, fast schon Mahnmal für die Tierfabriken und all das maßlose, vollkommen unnötige Leid, welches unser tatsächlich absurdes Ernährungsverhalten verursacht. Auch dieses ist durchzogen von Ideologien, die sich ernähren von Zwecken. Sie zentrieren sich, es gibt Ballungszentren. Wirtschaft, Profite. Macht, Verfügungsgewalten. Was formt, macht, lässt die Ballungsareale werden, was treibt in diese der Richtungen? Es ist kein zeitgenössischer Prozess, nichts was jetzt heutzutage auftauche. Es ist etwas, das bahnt sich seit Menschengedenken. Denkste dir. Und all diese Dinge sind eigentlich keine Geheimnisse. Wenige sind erschüttert, bei Wenigen schlägt es sich in irgendein Tun um.

Noch was Nettes, ein Katzenvideo. Auf einem Hof adoptiert eine Katzenmutter Gänsejunge. Das überaus Interessante dabei ist, das eben jene bei der Mutter anfangen Muttermilch zu trinken. Und das wirft eigentlich irgendwie unser ganzes Weltbild, welches die Dinge u.a. in Säugetiere, und eben die anderen sortiert und uns so orientiert, um. Denken und Wahrnehmung sind verschränkt, das Denken zentriert die Wahrnehmung auf Zwecke, könnte man sagen. Lernen wir, die Natur als etwas ‚Bedrohliches‘ wahrzunehmen? Dies geschieht nicht bei allen und nicht unbedingt nur auf dieselbe oder ähnlich, oder gegensätzlich scheinende Weisen.

 

JeanYves Lemoigne: Stihl Garden Tools

 

ich bezeichnet das vernünftige im menschen im gegensatz zu dingen und zum körperlichen überhaupt: vielweniger haben wir noch das geheimnis entdeckt, wie denn die seele .. mit dieser maschine (dem organischen leibe) so genau verknüpft sei, dasz sie den körper zu ihrem ich rechnet. Reimarus triebe der thiere 8geheim entsteht das ich, geheim entstehn die dinge. Platen 77″[Grimmsches Wörterbuch]

***

Das Deutsche Tierschutzbüro organisierte mit der Albert Schweitzer-Stiftung die erste Demonstration vor besagtem Schweinehochaus. Sie veröffentlichten Bildmaterial und haben nun mit einem Anwalt der Betreiber dieser ‚Fabrik‘ zu tun, da diese nicht wollen, dass die Öffentlichkeit sieht, wie es dort ist. Das Veterinäramt konnte scheinbar bis Dato keine „gravierenden Mängel“ feststellen, außer das es hier und dort zu dunkel sei. Das ist die obszöne Fratze der Bürokratie. Interessant war auch eine Diskussion, in der es darum ging, bei der Aufklärungsarbeit diverses Videomaterial Kindern nicht zu zeigen, da es zu grausam sei. Die Videos sind also sozusagen ab 16. Das ist witzig. Unsere Kinder schonen vor der Wirklichkeit, die wir gestalten.

Tagged , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.