sich sichSehen zu sehen

 

Wie ist ein Verhältnis Ich – Körper strukturiert, wie wäre es zu sehen, kann man es sehen?

“Es geht nicht um das Verhältnis zur Sexualität, nicht einmal zum Geschlecht, wenn wir diesem Begriff überhaupt eine spezifische Bedeutung beimessen können – es geht um das Verhältnis zum Phallus, sofern der Phallus einen Ausfall [ – φ] bedeutet hinsichtlich dessen, was an Realem in Absicht des Geschlechts erreicht werden könnte” (Lacan Se XI,109)

Man sieht und dann sagt man. Man sagt, was man ist und denkt man sei. Ähnlich  das Auge und der Blick bei Lacan, der Blick und (s)eine Begehrensabsicht, das Subjekt  und (s)ein Kastrationsbegehren, um begehrend zu werden und um zu begehren. Vis à vis einer jouissance, entlang dieser sich zu werden, entlang dieser das Begehren des Anderen zu sein, anders werden lassen, eine Position beziehen, Haltung annehmen? Um sich dann sicher zu sein und dann zu schauen, “der Appetit des Auges”, das “Begehren nach dem Anderen, an dessen Ende das Zu-sehen-Geben” stehe? Sich? Nichts? Der Blick des Anderen als verschleiert, kein Ort einer Antwort, wohin will das Auge, was passiert immer wieder auf diesen Linien, … Auge, Ich, Körper, mich, andere und Ich. (Jede/r für sich)?

Nach-schauen gehen.

Wer ist Ich: Da sind Triebe, ein Genießen, da ist was, unter der Haut, hinter oder in  der Haut, das lässt sich weder sagen noch sehen, wir, Subjekte, sind vielleicht so etwas wie ein gestanztes Loch in Mitten dieses eigensinnigen Gewühls, “a burned hole in the midst of the jungle of the drives” (Declercq 2004).

Zugang

Traum(a), Darstellungen. Körper, die sprechen. Da, genau da muss was hin, eine Markierung? Etwas zum Festhalten um zum Sein zu kommen? Etwas da hin, um zum Sehen zu kommen? Etwas zum Sehen kommen lassen, um zum S(ch)ein zu kommen?

Knochen, Narben. Bilder. Formen, Zeichen.

Jouissance.

“Obviously the decisions of the body are irreversible” (Declercq 2004)

Gut, schlecht? Position bezogen und den eigenen Umriss, die eigene Oberfläche annehmen können, der Platz, das Bild, das immer da war, dem zunicken können.Werden um zu sein, wenn das Sein auch Schein ist, isn´t it obviously that there´s nothing never irreversible? Gibt es das ‘gesunde’ Subjekt, stabil, durch und durch Sub-jekt, derart in Sprache und Sehen eingelassen, da ruckelt und wackelt nix? Fertig werden mit dieser jouissance, sie annehmen, zu – eigen – machen? Als Eigenes. Nähe. Platz finden. Position beziehen. Körperwesen, die bewältigen.

Werden und Finden

Symbolische Ordnung. Da drückt es sich heraus, fließt hinein in Buchstaben, bildet Wortketten. Wir sprechen. Auch bestimmte Wörter. Signifkant, für uns. Einzigartig für uns. “Signifiers of the Other […] in which the subject is born and with which he/she has to constitute her/himself” (Declercq 2004).

Kaffee?

Da oben ist nun heshehimher verdreht dargestellt. Eine Fehlleistung, aber gemacht. Eine Entscheidung, die angeblich zu treffen sei, ist die des Geschlechts. Schlecht? Also im Sinne von männchen oder weibchen – Sein. Unabhängig von Körperbild, eigentlich wohl doch auch abhängig davon, aber nicht biologisch betrachtet,  x y haben da nichts zu melden. Und dann kommt da Kiki Smith daher und sagt “our bodies have been torn apart piece by piece and are in need of much healing; our entire society is shattered. Everything is split and is presented in the form of dichotomies – male/female, body/mind – and these breaches need to be repaired”

Ist die denn völlig ver-rückt? Oder eigentlich genau richtig so, ‘richtig’ – im Englischen auch real. Sich ver-rücken? Männchen und Weibchen, obviously. Und dann einrücken. Wie, alle anders. Da gibt´s keine Dichotomie, in der wir sind, das Denken reparieren. Richtig, in Ordnung, innerhalb einer Ordnung, die so tut als ob, blablabla? Und darin sind wir und meinen und behaupten und stolpern und denken und labern und reden und manchmal sprechen wir und schreiben und blablabla?

Aber, Ich……?!

eben, ohne Sprache, da gäb´s dann kein wenn und kein aber. Schade wärs.

Fällt mir noch ein, dieser Cola-Slogan: Enjoy the real thing. …okay?

Bild: Alain Gegout

vgl:
Joan Copjec, Ließ mein Begehren, Lacan gegen die Historisten, 2004
Frédéric Declercq, Lacan´s Concept of the Real of Jouissance, 2004
Kiki Smith in: Traum&Trauma, Kunsthalle Wien: G.Matt, An.Stief, MUMOK: E.Köb. 

 

 

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