Oiropa

„Unsere unter unheilbarer Selbstüberschätzung leidende Vernunft bildet sich ein,
entweder durch das Recht der Geburt oder durch das des Eroberers, angeboren oder erworben,
alle wesentlich Elemente der Wahrheitskerkenntis zu besitzen.
Selbst da noch, wo sie zugibt, den ihr vorgelegten Gegenstand nicht zu kennen, glaubt sie, daß ihr Unwissen nur die Frage betrifft, welche ihrer althergebrachten Kategorien auf de neuen Gegenstand passe“ (Bergson, S.63)

Eyvind Earle, three oaks

Eyvind Earle, three oaks

Liest man sich in Literatur ein, die sich mit Ökologie und Ökonomie beschäftigt, kommt man relativ schnell zu dem Schluss, dass aus der sogenannten „westlich-zivilisierten Welt“ nichts oder nur wenig Gutes kommt. Eigentlich nichts.. Es gibt viele, die sprechen vom Post-Kolonialismus und leider nur wenige, die vom Neo-Kolonialismus sprechen. Wir nannten sie die Wilden, heute nennen wir ihre Länder Entwicklungsländer.

In deren Gebieten [Thailand, Malaysia, die Phillipinen, Brasilien, Honduras, Ghana, Liberia, die Elfenbeinküste, etc.] ist bereits fast alles rettungslos vernichtet worden (vgl. Wiederstein 1988, 9). Schon am Sprachgebrauch würde deutlich, wem die Tropenländer diese katastrophale und zerstörerische Form der ‚Entwicklung‘ verdanken […], wurden noch vor dem 2. Weltkrieg die Einwohner der Kolonien üblicherweise backwards (zurückgeblieben) genannt, wurde der Begriff nach dem 2.WK ersetzt durch under-developed (unterentwickelt) und schlussendlich sagt man developing (Entwicklungs..). Der neue Ausdruck diene dem Neo-Kolonialismus, „weil er den ehemaligen Kolonien suggeriere, das westliche Entwicklungsmodell akzeptieren zu müssen und dieser nur mit westlichem Kapital zu erreichen sei (vgl. ebda). Die Gier – oder häufiger und verharmlosender Bedarf genannt – der Industrieländer ist natürlich stetig am steigen. Die Industrieländer und ihre Konzerne, ebenso die Konsument_Innen übernehmen ungern Verantwortung für ihren Konsum oder hinterfragen zumindest diesen, die Konzerne sowieso nicht für ihre Produktionen, man malt Verpackungen nun einfach grün an und schreibt „bio“ oder „natürlich“ darauf. Manche meinen, die Ost-Erweiterung der EU habe vor allem zentral-europäischen Konzernen gedient, sich dort billig einzukaufen. Ein anderes Beispiel: Die EU subventioniert den Export von beispielsweise Milch in verschiedene Länder Afrikas, wo dann ebendiese zu Dumpingpreisen verkauft wird, den dortigen Bauern wird die Lebensgrundlage entrissen, aber „Wirtschaftsflüchtlinge“ – nein danke? (Andererseits werden Stimmen laut „unfaire Exoporthilfen“ abzuschaffen. Nun kann man aber auch fragen, warum die EU bereit ist, an verschiedene Länder Afrikas diverse Millionen zu zahlen, auf dass sich jene bemühen, dass weniger Menschen nach Europa kommen wollen? Man hält sich – was eigentlich – vom Leib?)

Jene, die feste Mauern um Europa wünschen, Staatsmächte, die sich souverän gebärden, könnten auswandern, nach Nordkorea? Zu sagen, wir lassen Fachkräfte rein und die „Unqualifizierten“ nicht, wie man es seit etwa ein bis zwei Jahren immer häufiger hört, ist eine Form latenten Rassismus, es ist Rassismus, wenn man Menschen, wenn auch indirekt, in den potentiellen Tod schickt. (Schrieb Foucault in einer seiner Vorlesungen zur Biopolitik), aber ich finde die Passage aktuell nicht). Naja, Gier nach Profit und die Nützlichkeit und maximale Nutzbarmachung kennen wiederum keine Grenzen.

Viele sprechen schon vom Ende des Kapitalismus, der Wachstums-Wahn kommt langsam an seine Grenzen, ebenso die nahezu wahnhafte Idee der Vollbeschäftigung. Der Mensch des Industriezeitalters hat Löcher in den Organismus Erde geschlagen, die noch in Jahrmillionen nachvollziehbar sein werden. Man spricht einerseits vom Anthropozän, andererseits vom Kapitalozän. In letzterem Begriff sind „die wichtigsten Gestaltungskräfte Großkonzerne, Medienmogule, global operierende Finanzinstitute und Geheimdienste, die reguliert, kontrolliert und gegebenfalls neutralisiert werden müssen, um die negativen Wirkungen der völlig rationalen Externalisierung auf die Erdsysteme einzudämmen“ (Altvater 2015,47).

Mit Externalisierung ist im Grunde der Zivilisationsmüll gemeint, zunächst wird die Natur wird ‚in Wert gesetzt‘, also in einen ökonomischen Kreislauf der Kapitalverwertung integriert, dem Kapital(kreislauf) werden also externe Welten internalisiert, „zurück geben wir externalisierten Zivilisationsmüll“ (ebd., S. 45). Es zeige sich, blickt man auf die Industrieländer, ein nicht zu behebender Defekt der europäischen Rationalität des Denken und Handelns, „sie ist nicht holistisch, auf das Ganze bezogen, sondern lediglich partiell: darauf ausgelegt, Mittel und Zweck ins Verhältnis zu setzen“ (ebda). Alles andere wird ausgeblendet. Ein sehr praktisches Beispiel für das, was Bergson Intelligenz und auch Vernunft nennt: sie achtet nur auf das, was für sie unmittelbar von Nutzen ist, ohne jedes Gefühl für Zusammenhänge. „Vergebens pressen wir das Lebende in diesen oder jenen unserer Rahmen. Alle Rahmen bersten. Sie sind zu eng, zu starr vor allem für das, was wir dort einfügen möchten“ (Bergson, S.4).

Sumatra 29.01.2011 - Orang Utan Weibchen mit Jungtier im Gunung Leuser Nationalpark in Nordsumatra (Indonesien). Female Orangutan with baby in the Gunung Leuser National Park, North Sumatra, Indonesia. © Oliver Salge/Greenpeace

Sumatra 29.01.2011 – Orang Utan Weibchen mit Jungtier im Gunung Leuser Nationalpark in Nordsumatra (Indonesien).
Female Orangutan with baby in the Gunung Leuser National Park, North Sumatra, Indonesia.
© Oliver Salge/Greenpeace

Grüner Kolonialismus und Ökodienstleistungen
Man spricht heute vom Green New Deal, der aber das Wachstum prinzipiell nicht in Frage stelle, sondern kapitalistisch getriebenes Wachstum würde explizit befürwortet; die sogenannten dirty industries werden in andere Weltregionen verlagert, Natur wird kapitalisiert (vgl. Brand 2015, 52).Viele sprechen schon vom Post-Wachstum, wobei hier vergessen wird, Überlegungen für einen Übergang zu etablieren. Selbst das Grundeinkommen „würde den Kapitalismus nicht etwa bremsen, sondern sogar noch befeuern“, außerdem sei nicht der Konsum das Problem, wir konsumieren uns nicht zu Tode, sondern wir produzieren uns zu Tode (Herrmann 2015, S.104f). Ideen des Green New Deal verlaufen sich in der Hoffnung, Wachstum und Rohstoffverbrauch ließen sich entkoppeln und schlussendlich sind somit Konzepte des nachhaltigen Wachstums immer Mogelpackungen, richtiger wäre wachsende Nachhaltigkeit (vgl. ebd., S.107). Ein Beispiel: Setzte man auf das nachhaltige Konzept des car-sharing, würden bei Realisierung mehr Menschen die Öffis benutzen und sich Autos teilen, ergo schrumpfe die Automobilindustrie, da weniger Autos gekauft würden; es bleibt also die Frage nach der Transformation des Kapitalismus (ebda).

Das Konzept des Land Grabbing meint eine großflächige, kommerzielle Landaneignung, das in den letzten Jahren derartige Ausmaße annahm, dass Jacques Diouf bereits 2009 vor neo-kolonialistischen Zuständen warnte (vgl. Heuwieser 2015, S.12). Ursachen finden sich in der Nahrungsmittelproduktion, ebenso Absicherung von Energieträgern und Treibstoffquellen; die Kontrolle oder Verfügbarkeit über die Ressourcen verschiebe sich, meist hin zu kapitalintensiver, extraktiver Nutzung; (indigene) Einwohner_Innen werden oftmals vertrieben („umgesiedelt“), lediglich wieder „integriert“, alsbald sie als Arbeitskräfte benötigt werden; mit Extraktivismus, wie schon angedeutet, meint man Ausbeutung und Aneignung natürlicher Ressourcen. Mit Green Grabbing meint man wiederum Formen von Land Grabbing welche im Namen der Klima-und Umweltschutzes durchgeführt würden (Produktionen von Agrartreibstoffen „Biodiesel“, beispielsweise), aber auch Formen von Naturschutzparks und somit auch Verfahren zu Bindung von CO², alles rund um den Emissionshandel (also man macht Dreck an Ort A und kauft sich in Ort B oder T entsprechende Pakete. Ökologisch ist das nicht, da der Dreck in Ort A nicht verschwindet, sondern nur auf dem Papier, was wiederum ‚der Bürokratie‘ – also symbolisch – völlig ausreicht); Green Economy und dessen Konzepte stellen also ebenfalls Mogelpackungen dar, die „im Kern exraktivistischen und (neo) kolonialen Logiken unterliegen“ (ebd., S.13f). Natur wird zur Ware gemacht, finanzialisiert. Die Idee der Beherrschung der Natur geht in Eins mit kolonialen und kapitalistischen Ideologien und Praxen. Inwertsetzung von Natur(räumen) hängt immer zusammen mit Aneigung und Akkumulation, trotz Vergabe von indigenen Ländereien (vgl. ebd, S.21, 24). Heuwieser beschreibt sehr ausführlich die Situation in Honduras und gibt somit ebenso Einblicke in die globalen Abläufe. Indigene entstanden erst überhaupt durch die Kolonialisierung. Europa breitet/e sich auf der Welt aus, wie ein Virus, die Pest? Im Namen der Vernunft, der Demokratie, der Gerechtigkeit, dabei sind dies nur Begriffe, die Gier und Ausbeutung verschleiern. Ideale. Begriffe, auf denen sich, um ein bißchen stereotyp zu werden, die weissen, privilegierten Europäer_Innen ausruhen können. Ein Attentat in Frankreich stellt einen „Angriff auf die Menschheit dar“, ein Attentat in Beirut nicht? Europa, der Nabel der Welt, die Wiege der Vernunft?

quelle Rettet den Regenwald org

In Europa gibt es das Phänomen des Land Grabbing ebenso, „was gern als unvermeidlicher Strukturwandel dargestellt wird, ist politisch gewollt“, Rumänien gibt das Extrembeispiel ab und nach der Wiedervereinigung Deutschlands gingen die Landflächen meist an Großbauern und Investoren (Herre 2015, S. 94).

Warum Oiropa? „Die koloniale Unterwerfung oder Einhegung der Amerikas war notwendig, um die Industrialisierung in Europa und die Entstehung eines globalen kapitalistischen Systems überhaupt erst zu ermöglichen (Anm: Versklavte aus Afrika wiederum dienten als ‚Arbeitskräfte‘) […] Die Zivilisierung der Bevölkerung ging [und geht] Hand in Hand mit der Zivilisierung der Natur. Andere nicht-anthropozentrische gesellschaftliche Naturverhältnisse wurden als primitiv abgestempelt (vgl. ebd., S. 31). Interessant an dieser Stelle ist die eben zitierte Autorin, die Internationale Entwicklung in Wien studierte. Die IE stellt einen Studiengang dar, der für diese komplexe Thematik (Globalisierung, Kapitalismus, all die Kehrseiten) ein kritisches Bewusstsein ermöglicht und es ist vielleicht geradezu symptomatisch, dass der BA Studiengang in Wien abgeschafft wurde. Nicht profitabel? Zu wenig Nachfrage? Nicht lohnenswert – gerade heutzutage? Andererseits reicht es nun, im Zuge irgendeines BA Studiengangs die Erweiterungscurricula zu machen, um dann den MA zu beginnen. Oder man liest die Arbeiten der Absolvent_Innen.

Kapitalisierung von Lebewesen

Auf den Müllhalden der Schlaufen des Scheiterns einer technologischen Überproduktion scheint es hilfreicher, wie eine feministisch geprägte Akzeleration es seit dreißig Jahren tut, sich daran zu erinnern, dass es sich bei einem der ersten Cyborgs um eine gewöhnliche weiße Laborratte handelte, »der eine osmotische Pumpe implantiert war, die kontinuierlich Chemikalien injizierte« (Haraway). Auch dieser Entwicklungsschritt des industriellen Humanismus begann monströs. Aber das war und ist kein Grund, technophob zu werden, sondern einer, um sich vor dem Menschen zu fürchten, während einen das Problem, die mutierende Ratte, retten könnte (Hans-Christian Dany, Schneller als die Sonne. Aus dem rasenden Stillstand in eine unbekannte Zukunft)

Es sind nicht nur Regionen, die gerodet werden um darauf Monokulturen zu etablieren oder Staudämme zu bauen, es sind auch Tiere, die kapitalisiert werden (wobei wir Menschen in unserem Begehren auf ebendas gerichtet zu sein scheinen. Begehren hier nun in einem nicht unbedingt streng lacanianischen Sinne, es lagert sich über ein Bedürfnis, verzerrt es? Legitimiert es; und seine Durchsetzung, vielleicht verschleiert das Begehren seine Wege ebenso wie der Verstand die seinen. Oder sind bereits Bedürfnisse verzerrt? Ich denke an das Abstillen. In anderen Regionen gibt es diese Praxis nicht, Babys hören auf, wenn sie aufhören, es löst sich von selbst. In der Zivilisation ist das anders. Fortan stopft man nun, sobald ein Kleindkind schreit, irgendetwas in dessen Mund. Schnuller, Flasche, Essen). Bedürfnisse?

In den Industrieländern verbrauchen die Menschen pro Jahr durchschnittlich 237 Kilo Milch, gegenüber etwa 74 Kilo in den sogenannten Entwicklungsländern (Abstillen?), diese Differenz mache Hoffung – noch mehr zu verdienen; China ist der drittgrößte Milcherzeuger weltweit, das Unternehmen Huishan Dairy lässt sich monatlich (!) etwa 3000 meistens trächtige Kühe auf dem Seeweg aus Australien liefern (Sezgin 2015,22). Das Problem hier wiederum sind unter anderem die „verwestlichten Konsumbedürfnisse“, die den Milch- und Fleischkonsum vorantreiben und sie bilden neue Absatzmärkte für Konzerne wie Nestlé, Kentucky Fried Chicken, Mc Donalds, Danone und Coca Cola, etc (vgl. ebda). Zum Industriezeitalter zählt auch die Genetik und somit neue Felder für den Export. Mit Hilfe der Genetik werden aus Tieren schlussendlich ‚optimale‘ Nutztiere, schlussendlich beispielsweise „Turbokühe“, deren Leid unvorstellbar ist. Die Kasse klingelt für beispielsweise „Masterrind“, eine Firma, die in Deutschland jährlich etwa 3 millionen Portionen Sperma produziert und zT ins Ausland verkauft; in lokale Rinderrasen in China soll „genetisch höherwertiges Material eingekreuzt“ werden; aber „Mit den Genetiken exportiert Deutschland auch deren Schattenseite: Wegen der hohen Milchmenge leiden die heutigen Kühe unter Skelettproblemen, Euterentzündungen und dem Milchfieber (ebd, S.25). Man muss nun aber nicht denken, früher wäre alles besser gewesen. „Archäologische Funde zeigen Spuren von Misshandlungen, Mangelernährung […], dem Wassergeflügel wurden die Füße am Boden festgenagelt, damit es schneller an Gewicht zunahm“ (ebda), auch ist es in nicht-industriellen Ländern nicht besser: in Neu-Guinea sei es üblich, Schweinen den Rüssel abzuschneiden und die Augen auszustechen, damit sie nicht davonlaufen, oder sich selbstständig Futter suchen. „Egal wohin man schaut, Menschen muten Tieren schier unglaubliches zu“ (ebda). Die „europäischen Zuchtlinien“ sind nicht an andere Klimazonen angepasst, werden dennoch exportiert usw usf, ein endloses Thema, Trauma, bei dem man durch die Hölle geht. „Die Umweltfolgen des Tierkonsums sind in Europa kaum spürbar, wir bekommen auch die Preisschwankungen aufgrund von Dürre, Flut oder gestiegenen Futtermittelbedarf nicht mit – etliche südliche Länder hingegen schon (ebd., S.26). Der Mensch, ein mitfühlendes Wesen? Nein, lediglich intelligent.

Da ich keine Bilder aus der Intensiv/ Nutztierhaltung zeige an der Stelle, hier ein Bild, wie es sein sollte (Hof Butenland, Stiftung für Tierschutz)

Da ich keine Bilder aus der Intensiv/ Nutztierhaltung zeige an der Stelle, hier ein Bild, wie es sein sollte, sie werden nicht mehr „genutzt“ (Hof Butenland, Stiftung für Tierschutz)

Ja, so geht es weiter und weiter und weiter. Wie wird eine Transformation des Kapitalismus aussehen können. Wird das ganze System implodieren? Darf ich es noch erleben? Und: Wie lange dauert es noch, die Grenzen sind längstens überschritten, der anthropogene Anteil an der Zerstörung der Umwelt- und Mitwelt stellt bis für wenige Leugner_Innen ein Faktum dar, alles ist klar, aber es passiert nichts. ‚Der Westen‘ transportiert seine Mentalitäten weiterhin ins Ausland und etabliert so Absatzmärkte. Alles was noch nicht territorialisiert ist, wird unterworfen, zwangs-demokratisiert, kapitalisiert.

Wir „müssen mit der Dekolonialisierung unserer Vorstellungswelt anfangen„, schreibt Muraca (s.109), häufig fallen Begriffe wie Umverteilung. Es sind aber, man könnte sagen, riesige Produktionsmaschinen, die laufen und scheinbar laufen müssen. Verpackungsmaschinen, die man nun nicht einfach umbauen oder abbauen kann, da ginge ein Industriezweig den Bach runter. In der Lebensmittelindustrie landen hierzulande etwa 50% im Müll, ‚unserem‘ food waste steht in den sogenannten Entwicklungsländern der food loss gegenüber (Thurn 2015, S.85). Die Industrienationen bilden den Kern der weltweiten Problematik, enorme Maschinen, bildlich und symbolisch, die nicht mehr anzuhalten sind, so scheint es. Ich glaube, das nächste mal schreibe ich etwas über Wüsten. Ein etwas weniger territorialisierbarer Raum.

„Trugwahrnehmungen, die den Eindruck hinterlassen, das Leben bewege sich noch schnell, rühren daher, dass an die Stelle der Beschleunigung Verkürzungen der Produktionszyklen getreten sind. Investitionen müssen sich kurzfristiger rechnen, und die Ökonomie bewegt sich nervöser in kleineren Kreisen. Für diese Nervosität erfinden die Agenturen ständig neue Formulierungen. Eine Zeit lang war der Begriff »prekär« in Mode. Er formuliert einen vorläufigen Anspruch, der widerrufen werden kann“ (Hans-Christian Dany, Schneller als die Sonne. Aus dem rasenden Stillstand in eine unbekannte Zukunft

Quellen usw:
– Hans-Christian Dany, zur Leseprobe
– Alexis Wiederstein, 1988: Indonesien zwischen Ökozid und Völkermord, Albatros Verlag
– Magdalena Heuwieser: Grüner Kolonialismus in Honduras, ProMedia Verlag, edition kritische Forschung
– Henri Bergson, 2013 [1907, L’Evolution créatrice]: Schöpferische Evolution, Meiner Verlag

folgende Artikel stammen aus dem Atlas der Globalisierung, Hg von le monde diplomatique / Kolleg Postwachstumsgesellschaften
– Elmar Altvater, 2015: Das Erdzeitalter des Kapitals
– Ulrich Brand, 2015: Die Illusion vom sauberen Wachstum
– Hilal Sezgin, 2015: Tiere nutzen
– Ulrike Hermann, 2015: Der schwierige Übergang
– Valentin Thurn, 2015: Lebensmittel für die Tonne
– Barbare Muraca, 2015: Wie alles anfing
ein äußerst interessanter Sammelband, dessen Beiträge Themen des Wachstums, bis  zum Postwachstum beschreiben, vermeintlich Grünes Wachstum, Ressourcenknappheit und die Konflikte darum, die Textilindustrie, über Stadtpolitik, etc. Erhältlich als Buch (und somit als pdf), oder als pdf

Ebenfalls immer wieder lesenswert und kostenfrei erhältlich: Rettet den Regenwald – Report

Aktuell: „Schlachthofskandal“, VGT 

Ein Artikel zum dezentralen Souverän „Europa“ in Bezug zu Agambens homo sacer findet sich hier

 

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